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Schilddruesenuntersuchung Sonographie Ultraschall

Die Schilddrüsen-Sonographie ist eine Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse.

In der Schilddrüse werden Hormone gebildet und freigesetzt, die für den Stoffwechsel im Körper eine wichtige Rolle spielen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Das Funktionsprinzip dieser Untersuchung ist das gleiche wie bei jeder anderen Ultraschall-Untersuchung. Ein Schallkopf sendet Schallwellen aus, die durch das Gewebe verändert werden. Die veränderten Wellen werden vom Schallkopf wieder empfangen. Mit Hilfe eines Verstärkers werden sie bearbeitet und auf einem Bildschirm dargestellt.
Wozu dient diese Untersuchung?

Mit Hilfe der Schilddrüsen-Sonographie kann die Größe der Schilddrüse bestimmt werden. Zusätzlich können verschiedene krankhafte Veränderungen nachgewiesen und zum Teil in ihrem Verlauf kontrolliert werden. Dazu zählen unter anderem:

* Struma (Kropf): Struma ist eine Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder von einzelnen Teilen dieses Organs. Es gibt verschiedene Ursachen für eine derartige Vergrößerung.
* Zysten: Eine Zyste ist eine Art flüssigkeitsgefülltes Bläschen mit einer oder mehreren Kammern.
* Knoten: Knoten in der Schilddrüse können gutartig (z.B. Adenome) oder bösartig sein.

Wie wird die Sonographie durchgeführt?

Der Patient liegt während der Untersuchung auf dem Rücken. Durch ein kleines Kissen unter den Schultern wird sein Kopf etwas nach hinten geneigt. Auf die Haut des Halses bzw. auf den Ultraschallkopf wird ein Gel aufgebracht. Das ist notwendig, weil anderenfalls die Luft, die sich zwischen Schallkopf und Haut befindet, die Ultraschallwellen vollständig reflektieren würde. Dann könnte kein Ultraschallbild erzeugt werden.

Durch das Bewegen und unterschiedliche Abwinkeln des Schallkopfes auf der Haut kann der Arzt die Schilddrüse aus verschiedenen Richtungen einbetrachten und die beiden Schilddrüsenlappen ausmessen. Nach Abschluss der Untersuchung wird das Gel abgewischt.
Mögliche Komplikationen

Die Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse ist ungefährlich.
Alternative Untersuchungen

Eine Blutuntersuchung, bei der die Schilddrüsenhormone und bestimmte Eiweiße ermittelt werden, kann in Verbindung mit den Symptomen und der ärztlichen Untersuchung zu einer Diagnose führen.

Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit der Schilddrüse ist die Szintigraphie. Das ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem unter anderem Funktionsstörungen der Schilddrüse nachgewiesen werden können.

Mit Hilfe einer Schilddrüsenpunktion und anschließender Untersuchung des gewonnenen Gewebes kann der Arzt unklare Veränderungen der Schilddrüse weiter abklären.

Hormontherapie Wechseljahre Menopause

Sequentielle Hormontherapie
Der normale Regelzyklus wird wieder hergestellt.
Diese Form der Hormontherapie sorgt dafür, dass Sie wieder einen normalen Regelzyklus haben. Die Tabletten (es gibt auch Pflaster) enthalten Östrogen und Gestagen für die zweite Hälfte des Zyklus. Die Einnahme der Tabletten folgt folgendem Muster: Die ersten 10 Tage  enthalten die Tabletten Östrogen. In den folgenden 10 bis 12 Tagen sind Östrogen und Gestagen enthalten. Danach kann eine Östrogenpause von 6 Tagen angeschlossen werden. Es gibt aber auch Präparate, die in den folgenden 6 Tagen östrogenhaltige Tabletten enthalten. Das dient dazu, den Schutz der Östrogene in diesen 6 Tagen nicht abbrechen zu lassen und immer einen gleichbleibenden Östrogenblutspiegel zu erhalten. Für die sequentielle Hormontherapie gibt es verschiedene Präparate, die Hormone in unterschiedlichen Dosierungen enthalten. Sie folgen aber alle dem beschriebenen Muster.

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Dr. Herrmann Bochum – Erkrankungen der Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse

1. Autoimmunthyreoiditis
Eine Autoimmunthyreoiditis ist eine Schilddrüsenentzündung. Man unterscheidet bei den Schilddrüsenentzündungen Autoimmunthyreoiditiden, die mit einer Unterfunktion oder einer Autoimmunthyreoitiden, die mit einer Überfunktion einhergehen. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine typische Form der Autoimmunthyreoiditis, die im Verlauf der Erkrankung in einer Unterfunktion (Hypothyreose) mündet. Die Diagnose stellt sich anhand der typischen klinischen Zeichen der (beginnenden)Unterfunktion wie Kälteintoleranz, Gewichtszunahme, erhöhtes Schlafbedürfnis, brüchige Nägel, brüchige Haare, Verstopfungsneigung (Obstipation etc.). die Diagnose wird durch typische Zeichen in der Schilddrüsensonographie als auch durch die Bestimmung von TPO-und TG-Antikörpern im Blut bestimmt. Das TSH als primärer Marker der Hypothyreose steigt in diesem Fall an. Häufig kommt es bei diesen Patienten zudem zu einem Engegefühl im Bereich des Halses. Die Therapie besteht in der Substitution von Schilddrüsenhormonen (Levothyroxin). In seltenen Fällen ist eine Kombinationstherapie aus T4 und T3 erforderlich. Neuere Studien haben in den letzten Jahren darauf hingewiesen, dass die Gabe von Selen im Frühstadium einer Hashimoto-Thyreoiditis den Verlauf (Progress) der Erkrankung in einigen Studien
hemmen konnte.

2. Morbus Basedow
Eine andere Form der Schilddrüsenentzündung ist der Morbus Basedow. Hierbei handelt es sich um eine Stimulation der Schilddrüse durch den Antikörper TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper). Dieser ist im Blut durch eine sehr valide Methode zu diagnostizieren. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) kommt es in diesem Fall zu einem Absinken des TSH-Wertes. Die freien Hormone (FT4 und FT3 steigen im Blut an und bewirken die typischen Überfunktionszeichen wie Wärmeintoleranz, Gewichtsabnahme, Unruhe, Schwitzen, vermehrter Stuhlgang etc. In ca. 50% der Fälle kommt es zu einer zusätzlichen Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie:EO). Primäres Ziel des Morbus Basedow ist die rasche Behandlung mit einem Thyreostatikum (Thiamazol, Carbimazol oder Propythiouracil). Die Therapie sollte nach den heutigen Kenntnisstand über ca. 1 Jahr durchgeführt werden. Anschließend ist ein Auslassversuch anzustreben. In ca. 50% der Fälle kommt es zu einer Wiederkehr der Überfunktion (Rezidiv). Hier schließt sich jetzt eine definitive Therapie (Schilddrüsenoperation bzw. Radiojodtherapie) an. Bei der Radiojodtherapie ist in diesem Fall auf die begleitende Kortisongabe hinzuweisen. Die Augenbeteiligung sollte vom Endokrinologen zusammen mit dem Augenarzt in enger Kooperation abgestimmt werden. Bei der endokrinen Orbitopathie besteht die Therapie in der Gabe eines Kortisonstoßes. Neuere Daten weisen darauf hin, dass eine intravenöse Kortisongabe der Tabletteneinnahme überlegen ist. Falls dies nicht zu einem Erfolg führt und sich Sehstörungen einstellen, muss hier eine Bestrahlung des Fettgewebes hinter dem Auge oder auch über eine Operation nachgedacht werden.

3. Ein Schilddüsenknoten ist in Deutschland häufig. Ca. jeder 3. bis jeder 4. Patient entwickelt im Laufes seines Lebens einen Schilddrüsenknoten. Die meisten Schilddrüsenknoten entstehen durch den Jodmangel der Schilddrüse als auch durch eine erbliche Veranlagung. Man unterscheidet neben den warmen Knoten, die zu einer Überfunktion führen können, einen kalten Knoten, der kein Jod speichert und somit keine Schilddrüsenhormone produziert. Der letztere kann in seltenen Fällen entarten. Die meisten Schilddrüsenknoten sind jedoch weder warm noch kalt. Jeder Knoten > 1 cm sollte durch eine einmalige Schilddrüsenszintigraphie untersucht werden, ob es sich hier um einen warmen oder kalten Knoten handelt. Im Falle eines kalten Knotens sollte hier großzügig eine Feinnadelpunktion erfolgen. Ein warmer Knoten kann im Verlauf eine Überfunktion entwickeln und stellt hier die Indikation einer Radiojodtherapie oder einer Operation dar.

Indikation zur Feinnadelpunktion:
Eine Feinnadelpunktion sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn der Knoten durch die Ultraschalluntersuchung suspekt erscheint oder eine Schilddrüsenszintigraphie einen kalten Knoten nachweisen konnte. Die Schilddrüsenpunktion dauert ca. 1 Minute und aspiriert mehrere Schilddrüsenzellen. Durch neuere Verfahren kann hier bei einer suffizienten Punktion eine adäquate Aussage über den Knoten gemacht werden.

4. Schilddrüsenkarzinome:
Schilddrüsenkarzinome sind selten. Unter Berücksichtigung der Häufigkeit eines Schilddrüsenknotens, sind Schilddrüsenkarzinome somit selten. Man unterscheidet folgende Karzinome:
1. papilläre Schilddrüsenkarzinome (ca. 60-80%)
2. follikuläre Schilddrüsenkarzinome (ca. 20-40%)
3. medulläre Schilddrüsenkarzinome (4-10%)
4. anaplastische Schilddrüsenkarzinome (ca. <2%)
Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome haben insgesamt eine gute Prognose. Die papillären Schilddrüsenkarzinome metastasieren vorwiegend über die Lymphbahnen. Follikuläre Schilddrüsenkarzinome habe eine etwas schlechtere Prognose als papilläre Schilddrüsenkarzinome und metastasieren vorwiegend über die Blutbahn. Die Therapie der Wahl dieser beiden Schilddrüsenkarzinome ist eine von der Größe abhängige komplette Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie mit einer anschließenden Radiojodbehandlung). Häufig können diese Art der Schilddrüsenkarzinome heilend behandelt werden. Der Tumormarker der follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinome stellt das Thyreoglobulin (TG) dar.

Hiervon abzugrenzen ist das medulläre Schilddrüsenkarzinom, welches als Tumormarker das Calcitonin im Serum aufweist. Bei erhöhten Calcitoninspiegeln im Serum sollte sich ein Pentagastrintest anschließen. Werte über 100 pg/ml nach Stimulation mit Pentagastrin können hier den Verdacht eines medullären Schilddrüsenkarzinoms/C-Zellhyperplasie erwägen. Sehr selten stellt das medulläre Schilddrüsenkarzinom eine Kombination mit einer anderen endokrinen Erkrankung wie das Phäochromozytom (Adenom des Nebennierenmarks) dar. Die Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms besteht in der Thyreoidektomie mit Entfernung der Lymphknoten der Schilddrüse/Halses. Aufgrund der fehlenden Jodspeicherung des medullären Schilddrüsenkarzinoms ist eine Radiojodtherapie in diesem Fall nicht indiziert.

5.    Hypothyreose:
Die meisten Schilddrüsenunterfunktionen entstehen durch eine Hashimoto-Thyreoiditis. Sehr selten liegt eine Hypophyseninsuffizienz (Ausfall der Hirnanhangsdrüsenvorderlappenfunktion) vor.

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Priv. – Doz. Dr. med. B. L. Herrmann
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Fragen zur Schilddrüse – Gespräch mit PD Dr. Herrmann in Bochum

Ständig müde, schlecht gelaunt, Kopfschmerzen? Daran kann die Schilddrüse Schuld sein. Denn jeder 3. Deutsche leidet unter einer Fehlfunktion. Doch die meisten ahnen nichts davon, weil die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Dabei ist die Schilddrüse so wichtig wie das Herz. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, sind alle Stoffwechsel-prozesse gestört. Der Organismus läuft Amok, mit schweren Folgen. FRAU im TREND sprach mit dem Experten Priv. Doz. Dr. med. B. Herrmann aus Bochum darüber, was Sie für Ihre Schilddrüse tun können.

Was reguliert die Schilddrüse denn alles?
Sie steuert alle wichtigen Körper-Funktionen: Hirn, Herz, Darm, Niere sowie den Bewegungsapparat.

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Hypothyreose – Unterfunktion der Schilddruese

Es werden drei Formen mit jeweils verschiedenen Ursachen unterschieden:

  1. Verminderte Hormon-Produktion der Schilddrüse
    (primäre Unterfunktion)
  2. Verminderte Stimulation der Schilddrüse durch das Hypophysenhormon TSH
    (sekundäre Unterfunktion)
  3. Ungenügendes Ansprechen der Zielorgane auf Schilddrüsenhormon
    (Schilddrüsenhormon-Resistenz)

Welche Ursachen gibt es?

Primäre Unterfunktion

  1. Angeborene Unterfunktion
    Fehlende Schilddrüse
    Zungengrundstruma
    Fehlende Hormonproduktion
  2. Erworbene Unterfunktion
    Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis)
    Operation
    Radiojodtherapie
    Medikamente

Sekundäre Unterfunktion (sehr selten)

Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (z.B. durch Insuffizienz, Tumoren, Entzündungen, Autoimmune Zerstörung).

Schilddrüsenhormon-Resistenz (sehr selten)

Mutation der Rezeptoren, die Schilddrüsenhormone aufnehmen.

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Schilddrüsenerkrankungen Diagnostik und Therapie durch den Endokrinologen (Hormonspezialisten)

Hormone sind für das körperliche und seelische Wohlbefinden unerlässliche
Substanzen, die in einer Drüse (z. B.der  Schilddrüse) gebildet werden. Hauptregulator aller Hormone ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).
Sie steuert die Funktion der Schilddrüse, des weiblichen Zyklus, die Hodenfunktion und zum Beispiel die Stressfunktion der Nebennieren. Zudem ist sie für das Längenwachstum des Menschen verantwortlich. In der Hypophyse wird das sogenannte Wachstumshormon gebildet. Störungen der Hirnanhangsdrüse wie z. B. Tumore oder auch Schädelhirntraumata nach Verkehrsunfällen führen zu folgenschweren Hormonstörungen.
Viel häufiger sind jedoch Störungen der Drüsen selbst, wie zum Beispiel
eine Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion.
Erwähnenswert auch, dass sich die Sekretion aller inneren Drüsen
in einem Gleichgewicht befi nden muss, damit der gesamte hormonelle Regelkreis funktioniert.
Bei Frauen sind neben den Wechseljahrsbeschwerden auch ein Haarausfall als auch eine vermehrte Behaarung der Haut (Hirsutismus) häufige Hormonstörungen. Bei einem Haarausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag
sollte die Ursache unbedingt geklärt werden. Neben anderen Ursachen wie Vitaminmangelerkrankungen sind Ursachen der vermehrten Körperbehaarungen sowie Regelstörungen mit unerfülltem Kinderwunsch
als auch von Haarausfall häufig eine erhöhte Konzentration männlicher
Hormone. Es handelt sich hier häufig um das so genannte PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom). Ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen wird angenommen, wobei bisher
kein Schlüsselmechanismus gefunden werden konnte, der die Ursache des PCOS bis ins Detail erklären kann. Bis dato gesichert scheint, dass sich in der Entwicklung des PCOS mehrere hormonelle Störungen gegenseitig bedingt massiv verstärken.
Oftmals besteht auch ein Zusammenhang mit dem Typ 2 Diabetes bzw.
einer Insulinresistenz. PCOS-Patientinnen weisen typischerweise eine Verschiebung des Verhältnisses von Luteinisierendem
Hormon (LH) zu Follikel-stimullierendem Hormon (FSH) auf. Der erhöhte LHSpiegel fördert die männliche Hormonbildung
in den Eierstöcken. In der Nebenniere kommt es ebenfalls zu einer gesteigerten männlichen Hormonbildung, so dass
ein männlicher Hormonexzess entsteht. Die derzeit praktizierten therapeutischen Ansätze in der Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik. Gewichtsreduktion und ein Therapieversuch mit Metformin können
ggf. in Erwägung gezogen werden.
Die kleine schmetterlingsförmige Schilddrüse, die dem Schildknorpel am
Hals direkt aufliegt, ist einer der häufigsten Ursachen von ormonstörungen. Um eine Unterfunktion z.B. frühzeitig zu erkennen, wird nach der Geburt die Schilddrüsenfunktion im Blut bestimmt. So konnte in Deutschland die Häufigkeit unbehandelter Babies und Kleinkinder mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) drastisch gesenkt werden.

Schilddrüsenerkrankungen sind aufgrund des noch immer bestehenden Jodmangels in Deutschland häufig. Die in der Schilddrüse gebildeten lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone (T3 und
T4) sind jodhaltig. Bei einem Jodmangel kompensiert die Schilddrüse diesen Mangel mit einer Vergrößerung und neigt dazu, Knoten zu bilden. Häufig entstehen dadurch sogenannte warme Knoten, die vermehrt Schilddrüsenhormone bilden können als das umliegende nicht-knotige
Gewebe. Diese warmen Knoten können dann im Verlauf zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Dem gegenüber stehen
die kalten Knoten, die keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren und in
seltenen Fällen bösartig sein können.
Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist, neben ein paar wenigen Ausnahmen, nur zur Unterscheidung zwischen warmen und kalten Knoten erforderlich. Im Falle einer Überfunktion durch einen warmen Knoten, kann dieser durch eine Radiojodtherapie oder durch eine Schilddrüsenoperation
behandelt werden. Kalte Knoten über einen Zentimeter punktiert werden,
um ein Karzinom rechtzeitig zu erkennen.
Bei jeder Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sollte neben der Größenbestimmung die Knoten ausgemessen und die Halslymphknotenregionen mit beurteilt werden.

Müdigkeit und zunehmende Abgeschlagenheit kann durch eine Unterfunktion der Schilddrüse bedingt sein. Eine häufige Form ist die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmun-bedingte Zerstörung
der Schilddrüse. Durch eine Antikörperbildung (TPO und Tg-Antikörper)
wird die Schilddrüsenhormonproduktion vermindert. Die Schilddrüse wird im Verlauf kleiner und löst sich quasi auf. Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist bei einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht erforderlich.
Entwickelt sich in Folge eine Unterfunktion, dann entstehen die typischen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Stuhlverhalt, Gewichtszunahme, Frieren, Blutarmut, Anstieg der Nierenwerte. Patienten
mit schwerer Hypothyreose können auch eine Depression entwickeln.
Die Gabe von Selen kann in einigen Fällen den Untergang der Schilddrüse im
Frühstadium verhindern. Ansonsten müssen die Schilddrüsenhormone ersetzt werden, um die Unterfunktion auszugleichen.
Dies erfolgt durch die morgendliche Einnahme einer Schilddrüsenhormontablette, z. B. Euthyrox. Gelegentlich kann die
Hashimoto-Thyreoiditis am Hals ein Druck- und Engegefühl hervorrufen, wenngleich das Schilddrüsenvolumen nur einige wenige
Milliliter groß ist. Eine operative Entfernung führt jedoch zu keiner Linderung.
Eine weitere Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist der Morbus Basedow, der sich durch hervorstehende rötliche Augen präsentieren kann. (Endokrine Orbiopathie).
Antikörper gegen den TSHRezeptor an der Schilddrüse (TRAK) aber
auch im Fettgewebe hinter dem Auge führen dort zu einer Entzündungsreaktion.
In der Schilddrüse entsteht eine Überfunktion (Hyperthyreose), und in 50
% der Fälle entwickelt sich eine Augensymptomatik
(Bindehautentzündung, Lichtempfi ndlichkeit, Augenmuskelstörungen etc.).
Die Hyperthyreose äußert sich durch einen schnellen Puls, Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall, Einschlaf- und Durchschlafstörungen
etc. Initial wird die Hyperthyreose durch Tabletten behandelt
und ein Auslassversuch nach einem Jahr angestrebt. Entsteht nach dem Auslassversuch wieder eine Überfunktion, dann muss die Schilddrüse operiert werden (Near-Total Resection) oder mit Radiojod
behandelt werden. Die Behandlung der Augenproblematik des Morbus Basedow bedarf der engen Zusammenarbeit zwischen
Endokrinologen (Hormonspezialisten), Fachmedizinern für Radiologie und
Nuklearmedizin und Augenärzten.
Während und nach der Schwangerschaft können Schilddrüsenveränderungen entstehen, die die Schilddrüsengröße
als auch die Schilddrüsenfunktion betreffen.
Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Jodbedarf, so dass
200 μg Jodid täglich eingenommen werden sollten. Vor über 2000 Jahren haben ägyptische Frauen zum Nachweis einer Schwangerschaft sich ein Schilfblatt um den Hals gebunden. Da die Schilddrüsengröße
während der Schwangerschaft um 30-40 % zunimmt, wurde das Schilfblatt
im Sinne eines positiven Schwangerschaftstests enger und riss. Heute weiß
man, dass das Schwangerschaftshormon (ß-HCG) die Schilddrüse stimuliert. Nach der Schwangerschaft kann es in 10 % zu
einer postpartum Thyreoiditis kommen, die meistens jedoch keiner Behandlung bedarf, jedoch weiter kontrolliert werden
muss.
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Ueberfunktion der Schilddruese (Hyperthyreose)

Im Erwachsenenalter ist der Morbus Basedow die häufigste Form der Hyperthyreose. Bei älteren Menschen sind es zunehmend funktionelle Autonomien, die den Überschuss an Schilddrüsenhormonen verursachen.

Welche Formen der Hyperthyreose unterscheidet man? Welche Ursachen können diese Schilddrüsenkrankheiten haben?

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Schilddrüse Diagnostik

Sie umfasst:

  • Die freien Hormone fT4 und fT3
  • Das basale und stimulierte TSH, danach können Anfangsstadien einer Unterfunktion festgestellt werden.
  • Die Sonographie; bei inhomogenem, echoarmen Gewebe, Knoten und Verdacht auf Autoimmunprozessen auch Farbdopplersonographie.
  • Tumormarker Calcitonin und Thyreoglobulin bei knotigen Veränderungen (siehe Diagnostik III)
  • Szintigraphie*: Bei Erstuntersuchung als Ausgangsbefund und bei Knoten in der Sonographie.
    Ausnahme: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bei unauffälliger Sonographie.
    Erneutes Szintigramm im Verlauf bei Veränderungen im Sonogramm.
  • Feinnadelpunktion bei sonographisch und szintigraphisch verdächtigen Knoten.
  • Bei erhöhtem Calcitonin: Pentagastrintest

* Rechtfertigende Indikationen für die Durchführung einer Schilddrüsen- Szintigraphie.
Rechtfertigende Indikation bedeutet:
Es muss ein medizinisch notwendiger Grund vorliegen, der die Untersuchung mit einer – wenn auch sehr geringen Menge Radioaktivität rechtfertigt.
Darunter fallen folgende Diagnosen/Differentialdiagnosen und Verdachtsdiagnosen:

  • Erstuntersuchung (Ausgangsbefund)
  • Knoten
  • Verdacht auf Hyperthyreose
  • Bei Autoimmunthyreoiditis: Differenzierung zwischen Knoten und Infiltration
  • Postoperative Untersuchung
  • Zustand vor Radiojodtherapie
  • Zustand nach Radiojodtherapie
  • Vor Operationen
  • Nach Operationen

Diagnostik II

Auf die Erkennung und Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten spezialisiert sind Endokrinologen (Fachärzte für Hormon produzierende Gewebe) und Nuklearmediziner (Fachärzte für die Anwendung von Radioaktivität) in der Medizin.

Nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung sind Blutuntersuchungen, Ultraschall und Szintigraphie für die Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten unabdingbar.

Zu den Basislaboruntersuchungen gehört der TSH-Wert, der sowohl basal als auch stimuliert nach Zuführung von stimulierendem Hormon (TRH) bestimmt werden kann.
Der basale und stimulierte TSH-Wert werden unter dem Begriff TRH-Test zusammengefasst, er ist in jeden Fall wesentlich empfindlicher als der normale TSH-Wert alleine.
Die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse wird ebenfalls durch die Konzentration der freien Hormone (freies T3, freies T4) widergespiegelt, so dass diese zu einer Basisuntersuchung auf jeden Fall dazu gehören.

Ergibt sich aufgrund der Vorgeschichte, der Ultraschalluntersuchung oder der Szintigraphie der Hinweis auf eine Basedow-Krankheit oder auf eine Hashimoto-Thyreoiditis, müssen die vom Immunsystem gebildeten Antikörper (TPO-AK, Tg-AK und TRAK) mitbestimmt werden.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Die Sonographie verwendet als diagnostisches Instrument hochfrequente Schallwellen. Sie spielt bei der Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten eine wichtige Rolle. Sie ist für den Körper völlig ungefährlich.

Wie wird die Ultraschalluntersuchung durchgeführt?

Da die Schilddrüse direkt unterhalb der Hautoberfläche liegt, ist sie für Ultraschallwellen gut zugänglich. Die Untersuchung wird immer im Liegen durchgeführt, dabei wird der Hals leicht überstreckt. Zur Verbesserung der Übertragung der Schallwellen wird ein Kontaktgel auf die Haut aufgetragen.

Interpretation (Bewertung) der Ultraschalluntersuchung

Zunächst wird das Volumen (Größe) in Milliliter (entspricht dem Gewicht in Gramm) gemessen. Die Normwerte sind abhängig von Alter und Geschlecht. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick darüber.

Altersgruppe Volumen in ml (Obergrenze)
Neugeborene 1,5–2
1- bis 2-Jährige 2–3
3- bis 4-Jährige 3
5- bis 6-Jährige 4
7- bis 10-Jährige 6
11- bis 12-Jährige 7
13- bis 14-Jährige 8–10
15- bis 18-Jährige 15
erwachsene Frauen 18
erwachsene Männer 25

Danach wird die Gewebestruktur bewertet: Normales Schilddrüsengewebe zeigt eine gleichmäßige, hellgraue Struktur. Die Ultraschallwellen werden gleichmäßig und normal (echonormal) reflektiert. Knotige Veränderungen zeigen sich aus durch eine dunklere Echostruktur oder eine hellere Echostruktur mit einem dunkleren Randsaum.

Diese knotigen Veränderungen werden dokumentiert und ausgemessen. Die nachfolgende Tabelle fasst die Veränderungen und die ihnen zugrunde liegenden Erkrankungen zusammen.

Die Zahlen stammen noch aus der Zeit des Jodmangels (bis Mitte der 1990er Jahre). Der seitdem nahezu beseitigte Jodmangel (jodiertes Tierfutter, Jodsalz) hat mit Sicherheit dazu geführt, dass die Schilddrüsegröße bei allen Anfang der 1990er Jahren Geborene kleiner ist als in der „veralteten“ Tabelle. Allerdings gibt es noch keine Publikationen auf einer ausreichend großen Stichprobe

Befund Bedeutung
Echonormales Gewebe – gleichmäßig hellgrau Eine Schilddrüsenerkrankung ist bei diesem Befund sehr unwahrscheinlich. Es gibt jedoch Sonderformen der Autoimmunthyreoiditis, die ein normales Gewebe zeigen. Auch eine bestimmte Form der Schilddrüsenautonomie ist möglich. Das gemessene Volumen (siehe Tabelle) lässt den Befund in Normalgröße, Vergrößerung (Struma) und Verkleinerung einteilen.
Gleichmäßig echoarmes Gewebe, vermehrte Durchblutung in der Dopplersonographie Autoimmunerkrankung der Schilddrüse: (Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis)
Abgegrenzte echoarme Bezirke Gut- bzw. bösartige Tumoren, Zysten, Schilddrüsenentzündung
Echoreiche hellere Bezirke als das normale Gewebe Knoten, meistens gutartig
Echofreie Bezirke Zyste

Mit einer Sonderform der Ultraschalluntersuchung kann man die Durchblutung des Organs messen. Auch die Durchblutung abgegrenzter Bezirke lässt sich dadurch darstellen. Bei starker, diffuser Mehrdurchblutung liegt ein Morbus Basedow vor. Auch die Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto zeigt oft eine vermehrte Durchblutung. Knotige Veränderungen haben oft einen mehr durchbluteten Randsaum oder im Zentrum eine vermehrte Durchblutung (große Relevanz bei Entscheidung zu einer Feinnadelpunktion, da die Wahrscheinlichkeit der Bösartigkeit höher ist.

Feinnadelpunktion

Sie wird unter Ultraschallsicht durchgeführt. Es wird eine dünne, für die Blutentnahme aus der Armvene ausgelegte Nadel verwendet. 20 Minuten vor der Punktion wird die Haut oberhalb von des zu punktierenden Knotens mit einem Gel betäubt. Die Punktion wird nach Wirkungseintritt des Gels unter Ultraschallsicht durchgeführt.

Gründe für eine Feinnadelpunktion:

  • Knoten, die im Sonographie- und Szintigraphiebefund als bösartig verdächtig auffallen
  • Zysten, die lokale Beschwerden verursachen: Druck auf umgebendes Gewebe, Schmerzen, Verlagerung der Luftröhre (Luftnot), Verdrängung der Speiseröhre (Schluckbeschwerden)
  • Eitrige Schilddrüsenentzündungen, Identifizierung des Bakteriums für die Wahl des geeigneten Antibiotikums (äußerst seltene Indikation)
  • Unterscheidung zwischen autoimmunbedingter Infiltrationen und Knoten.

Zur Beurteilung der entnommenen Zellen werden Ausstriche auf Objektträger an ein spezialisiertes Labor gesendet.

Diagnostik III

Weitere Blut- und technische Untersuchungen (zusätzlich zur Basisuntersuchung)

Erkrankung und Differentialdiagnose Untersuchungen
Thyreoiditis de Quervain Großes Blutbild
BSG
Leberenzyme
Überfunktion (Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie) – bei Therapie mit Schilddrüsenblockern Blutbild (alle 4 Wochen)
Leberenzyme (alle 4 Wochen)
Achillessehnenreflexzeit und
Pulswellenerscheinungszeit
(jeweils zu Beginn und Ende der Therapie)
Unterfunktion bei Hashimoto-Thyreoiditis
Zustand nach Operation
Zustand nach Radiojodtherapie
Kropf-Therapie mit synthetischen Schilddrüsenhormonen
Knochenstoffwechselparameter (wegen möglicher Auswirkungen des SD-Hormons – einmal im Jahr)
Achillessehnenreflexzeit * (1 x pro Jahr)
Pulswellenerscheinungszeit * (1 x pro Jahr)
Knochendichtemessung (alle 2 Jahre)
Überfunktion der Nebenschilddrüse Parathormon
Elektrolyte (Calcium, Kalium, Phosphat)
Nachsorge: Papilläres und follikuläres Schilddrüsenkarzinom Tumormarker Thyreoglobulin
(ggf. nach Stimulation mit gentechnisch hergestelltem TSH [Thyrogen®])
Medulläres Schilddrüsenkarzinom Tumormarker Calcitonin inkl. Stimulation mit Pentagastrintest
Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto Parietalzell-Antikörper
Vitamin B12
Ferritin
Blutbild
Bei Verdacht auf parallel bestehende Autoimmunerkrankungen außerhalb der Schilddrüse z.B. Antikörper gegen Nebennierengewebe, Rheuma-Antikörper
Vor geplanter Radiojodtherapie Bestimmung der I-131-Aufnahme mit schwacher Testdosis I-131
Aktuelles Szintigramm
TSH, fT3, fT4
Schilddrüsenhormonresistenz Achillessehnenreflexzeit *
Pulswellenerscheinungszeit *
Methode Norm Bedeutung
*Achillessehnenreflexzeit (ASR) 280 – 410 msec Misst Nervenleitgeschwindigkeit
*Pulswellenerscheinungszeit 204 – 230 msec Misst Empfindlichkeit der Herzrezeptoren

* Zur Bewertung der Wirkung des Schilddrüsenhormons auf die Körperzellen unabhängig/zusätzlich von/zum Laborbefund.

Die Achillessehnenreflexzeit spiegelt den Einfluss des Schilddrüsenhormons auf die Nervenleitgeschwindigkeit wieder.
Die Nervenleitgeschwindigkeit betrifft neben den Nerven, die die Muskulatur steuern, auch das Zentrale Nervensystem (Gehirn). Damit wird deutlich, dass eine kurze Nervenleitgeschwindigkeit mit einer höheren Konzentration, eine niedrigere mit verminderter Konzentration, Vergesslichkeit und Antriebsarmut zusammenhängt. Auch psychische Symptome wie depressive Verstimmung und Verstärkung einer bestehenden Depression sind damit korreliert.

Die Pulswellenerscheinungszeit spiegelt die Empfindlichkeit des Herzens gegenüber dem Schilddrüsenhormon wieder und ist ein wichtiger Parameter bei der Einstellung mit Schilddrüsenhormon.
Viele Patienten klagen über Herzbeschwerden, bereits bei geringen Mengen an zugeführten synthetischen Hormonen. Dies kann anhand der Pulswellenerscheinungszeit objektiv überprüft werden.

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