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Schilddruesenuntersuchung Sonographie Ultraschall

Die Schilddrüsen-Sonographie ist eine Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse.

In der Schilddrüse werden Hormone gebildet und freigesetzt, die für den Stoffwechsel im Körper eine wichtige Rolle spielen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Das Funktionsprinzip dieser Untersuchung ist das gleiche wie bei jeder anderen Ultraschall-Untersuchung. Ein Schallkopf sendet Schallwellen aus, die durch das Gewebe verändert werden. Die veränderten Wellen werden vom Schallkopf wieder empfangen. Mit Hilfe eines Verstärkers werden sie bearbeitet und auf einem Bildschirm dargestellt.
Wozu dient diese Untersuchung?

Mit Hilfe der Schilddrüsen-Sonographie kann die Größe der Schilddrüse bestimmt werden. Zusätzlich können verschiedene krankhafte Veränderungen nachgewiesen und zum Teil in ihrem Verlauf kontrolliert werden. Dazu zählen unter anderem:

* Struma (Kropf): Struma ist eine Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder von einzelnen Teilen dieses Organs. Es gibt verschiedene Ursachen für eine derartige Vergrößerung.
* Zysten: Eine Zyste ist eine Art flüssigkeitsgefülltes Bläschen mit einer oder mehreren Kammern.
* Knoten: Knoten in der Schilddrüse können gutartig (z.B. Adenome) oder bösartig sein.

Wie wird die Sonographie durchgeführt?

Der Patient liegt während der Untersuchung auf dem Rücken. Durch ein kleines Kissen unter den Schultern wird sein Kopf etwas nach hinten geneigt. Auf die Haut des Halses bzw. auf den Ultraschallkopf wird ein Gel aufgebracht. Das ist notwendig, weil anderenfalls die Luft, die sich zwischen Schallkopf und Haut befindet, die Ultraschallwellen vollständig reflektieren würde. Dann könnte kein Ultraschallbild erzeugt werden.

Durch das Bewegen und unterschiedliche Abwinkeln des Schallkopfes auf der Haut kann der Arzt die Schilddrüse aus verschiedenen Richtungen einbetrachten und die beiden Schilddrüsenlappen ausmessen. Nach Abschluss der Untersuchung wird das Gel abgewischt.
Mögliche Komplikationen

Die Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse ist ungefährlich.
Alternative Untersuchungen

Eine Blutuntersuchung, bei der die Schilddrüsenhormone und bestimmte Eiweiße ermittelt werden, kann in Verbindung mit den Symptomen und der ärztlichen Untersuchung zu einer Diagnose führen.

Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit der Schilddrüse ist die Szintigraphie. Das ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem unter anderem Funktionsstörungen der Schilddrüse nachgewiesen werden können.

Mit Hilfe einer Schilddrüsenpunktion und anschließender Untersuchung des gewonnenen Gewebes kann der Arzt unklare Veränderungen der Schilddrüse weiter abklären.

Jod und Jodmangel

Jod ist eines der wichtigsten Spurenelemente, die unser Körper braucht. Jod wird in der Schilddrüse gespeichert, und ist wichtiger Bestandsteil der beiden Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone sind für Stoffwechselprozesse, wie Wachstum und Entwicklung der Organe zuständig. Außerdem braucht der Körper die Schilddrüsenhormone, um die Körperwärme zu regulieren.

Mit unserer Nahrung nehmen wir leider häufig nur einen Bruchteil des empfohlenen Tagesbedarfs an Jod zu uns. Das hat oft nichts damit zu tun, dass wir uns falsch ernähren, sondern eher mit dem geringen Jodvorkommen in Deutschland. Den Jodbedarf kann man aber mit Meersalz, oder mit der Verwendung vom jodierten Salz decken, sowie mit dem Verzehr von Hochseefischen, wie Kabeljau, Schellfisch, Meeresfrüchte, Muscheln etc.

Jodmangel kann zu Erkrankungen der Schilddrüse führen, genau so wie eine Überversorgung mit Jod. Bei Jodmangel wächst die Schilddrüse, um den Mangel auszugleichen. Was hierbei entsteht ist ein Kropf. Wenn der Kropf weiter wächst, verursacht er über kurz oder lang Schluck- und Atembeschwerden.

Die Überversorgung mit Jod ist jedoch auch nicht ungefährlicher. Was hierbei entsteht ist eine Schilddrüsenüberfunktion. Die Folgen sind oft starker Haarausfall, Gereiztheit, aber auch Antriebslosigkeit und einige weitere Beschwerden.
Es ist also wichtig, dass man es mit dem Jod weder übertreibt, noch der Sache zuwenig Beachtung schenkt. Einige Brotsorten sind jodiert und tragen somit zu der Versorgung mit Jod einiges bei. Die empfohlene Tagesdosis von Jod ist abhängig vom Alter.

Erwachsene zwischen 19 und etwa 51 Jahren benötigt der Körper täglich 200µg an Jod, Kinder und Jugendliche, sowie Erwachsene ab dem 51. Lebensjahr benötigen 180µg. Schwangere und Frauen in der Stillzeit haben einen leicht erhöhten Bedarf an Jod. Dieser wird mit 230-260µg angegeben. Viele Lebensmittel enthalten in den unterschiedlichsten Mengen Jod. Am jodreichsten sind, wie bereits erwähnt Hochseefische, Krabben, Meeresfrüchte, Garnelen, aber auch in Fleisch, einigen Brotsorten und auch in Obst und Gemüse findet sich Jod. Wie hoch die Konzentration hier jedoch ist, hängt mit dem Jodvorkommen im Erdreich zusammen.

Strikte Veganer sollten auf eine ausreichende Jodversorgung achten, da Obst und Gemüse, sowie die fleischlose Kost sehr jodarm ist. Jodmangel kann häufig nur noch mit Jodtabletten behandelt werden. Hier ist eine genaue Dosierung wichtig, damit keine Überversorgung entstehen kann.

Überfunktion der Schilddrüse im Alter verkürzt Lebensdauer deutlich


Produziert die Schilddrüse zu große Mengen Hormone, führt dies zu schwereren Folgen als bisher angenommen: Eine Metaanalyse durch belgische Forscher ergab, dass sich die Sterblichkeit von Menschen, insbesondere von Männern ab dem 60. Lebensjahr, um 41 Prozent erhöht, auch wenn sie an einer nur leichten Überfunktion – einer sogenannten subklinischen Hyperthyreose – leiden . Bisher behandeln Ärzte eine latente Überfunktion häufig nicht, wenn durch einen milden Verlauf keine erkennbaren Beschwerden auftreten. Angesichts der neuen Erkenntnisse ist auch bei einer leichten Schilddrüsenüberfunktion zur Therapie zu raten.

Professor Dr. med. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, weist darauf hin, dass die Beurteilung und Behandlung durch einen Endokrinologen erfolgen sollte, also einen Spezialisten für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen.

Die subklinische Hyperthyreose fällt meist zufällig bei einer Laboruntersuchung auf. Der Arzt erkennt sie an einer erniedrigten Konzentration des Hormons Thyreotropin (TSH) im Blut. Dieses Hormon aus der Hirnanhangdrüse regt beim Gesunden in geregelter Form die Bildung der Schilddrüsenhormone an. Wenn bei Schilddrüsenerkrankungen deren Zellen aber zuviel Hormon produzieren, wird das TSH unterdrückt. Dies weist auf eine – auch nur unterschwellige – Überfunktion in der Schilddrüse hin. Langfristig wird dadurch der Körper geschädigt: Patienten mit subklinischer Hyperthyreose erkranken im Alter häufiger an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, die tödliche Schlaganfälle begünstigt. Bei Frauen kommt es außerdem häufiger zum Knochenschwund, der Osteoporose. Eine aktuelle Untersuchung, die kürzlich im “Lancet” besprochen wurde, zeigt, dass eine subklinische Hyperthyreose bei älteren Menschen die Sterblichkeit um 41 Prozent erhöht. Männer sind mehr gefährdet als Frauen.

“Diese Befunde legen nahe, dass eine subklinische Hyperthyreose behandelt werden muss”, sagt Professor Schatz. In Studien wird derzeit untersucht, ob dadurch einem Vorhofflimmern vorgebeugt werden kann. Eine Behandlung könnte aber auch Beschwerden lindern, die bisher nicht mit einer Überfunktion der Schilddrüse in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Angststörungen. “Untersuchungen zeigen, dass Schilddrüsenhormone direkt auf Zentren im Gehirn wirken, die das Gefühlsleben steuern”, betont Schatz, So leide jeder zweite Mann mit erhöhten Schilddrüsenhormonen unter Erektionsstörungen.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann, häufiger bei Jüngeren, durch Immunvorgänge hervorgerufen werden, die Basedow’sche Erkrankung. Bei Älteren wiederum, insbesondere mit Knoten oder größeren Kröpfen werden die Schilddrüsenzellen selbst autonom, das heißt sie entziehen sich der Regulation durch die Hirnanhangdrüse.

Für die Behandlung einer Hyperthyreose stehen drei Verfahren zur Auswahl: Bei der Basedow’schen Krankheit hemmen Tabletten, sogenannte Thyreostatika, die Bildung der Hormonüberproduktion zeitweise. Eine dauerhafte und nebenwirkungsarme Behandlung ist die Radiojodtherapie. In anderen Fällen, etwa bei einem Knoten beziehungsweise ausgeprägten Kropf, kann eine Operation die Ursache der Überfunktion beseitigen. “Fehlfunktionen der Schilddrüse – ganz gleich ob stark oder schwach – gehören in jedem Fall in die Hände eines Endokrinologen”, sagt Professor Schatz. Denn nur ein Experte für Hormonerkrankungen kann die Erkrankung angemessen beurteilen und therapieren. Der Endokrinologe muss den Patienten zudem dauerhaft, das heißt jahre- und jahrzehntelang begleiten, um ein Wiederaufflackern der Überfunktion oder eine oft erst nach vielen Jahren auftretende Unterfunktion der Schilddrüse rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Quelle:
Julia Kharlip, David S. Cooper
Recent developments in hyperthyroidism
The Lancet, Vol. 373, 6. Juni 2009, Seite 1930-1932

Fragen zur Schilddrüse – Gespräch mit PD Dr. Herrmann in Bochum

Ständig müde, schlecht gelaunt, Kopfschmerzen? Daran kann die Schilddrüse Schuld sein. Denn jeder 3. Deutsche leidet unter einer Fehlfunktion. Doch die meisten ahnen nichts davon, weil die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Dabei ist die Schilddrüse so wichtig wie das Herz. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, sind alle Stoffwechsel-prozesse gestört. Der Organismus läuft Amok, mit schweren Folgen. FRAU im TREND sprach mit dem Experten Priv. Doz. Dr. med. B. Herrmann aus Bochum darüber, was Sie für Ihre Schilddrüse tun können.

Was reguliert die Schilddrüse denn alles?
Sie steuert alle wichtigen Körper-Funktionen: Hirn, Herz, Darm, Niere sowie den Bewegungsapparat.

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Struma – Kropf

Was ist eine Struma?

Struma ist der medizinische Ausdruck für eine Vergrößerung der Schilddrüse.
Unterschieden wird dabei zwischen:

Vergrößerung ohne Knoten (Struma diffusa)
Vergrößerung mit Knoten (Struma nodosa).

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Hashimoto Thyreoiditis

Was ist das für eine Erkrankung?

Was für ein komischer Name, wird sich mancher Leser fragen, der noch nie zuvor davon gehört hat. Die Krankheit wird – wie häufig in der Medizin – nach dem Namen des Arztes benannt, der sie als erster beschrieben hat. In diesem Fall war das der japanische Arzt Dr. Hakaru Hashimoto. Er veröffentlichte 1912 in der deutschen Zeitschrift “Archiv für klinische Chirurgie” eine Entdeckung, die er bei der Untersuchung verstorbener Frauen gemacht hatte. Er fand bei ihnen eine Infiltration (= Einwanderung) von Lymphozyten (weiße Blutzellen, die normalerweise nur im Blut vorkommen); außerdem waren Teile des Drüsengewebes durch Bindegewebe ersetzt.

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Ueberfunktion der Schilddruese (Hyperthyreose)

Im Erwachsenenalter ist der Morbus Basedow die häufigste Form der Hyperthyreose. Bei älteren Menschen sind es zunehmend funktionelle Autonomien, die den Überschuss an Schilddrüsenhormonen verursachen.

Welche Formen der Hyperthyreose unterscheidet man? Welche Ursachen können diese Schilddrüsenkrankheiten haben?

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Schilddrüse Diagnostik

Sie umfasst:

  • Die freien Hormone fT4 und fT3
  • Das basale und stimulierte TSH, danach können Anfangsstadien einer Unterfunktion festgestellt werden.
  • Die Sonographie; bei inhomogenem, echoarmen Gewebe, Knoten und Verdacht auf Autoimmunprozessen auch Farbdopplersonographie.
  • Tumormarker Calcitonin und Thyreoglobulin bei knotigen Veränderungen (siehe Diagnostik III)
  • Szintigraphie*: Bei Erstuntersuchung als Ausgangsbefund und bei Knoten in der Sonographie.
    Ausnahme: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bei unauffälliger Sonographie.
    Erneutes Szintigramm im Verlauf bei Veränderungen im Sonogramm.
  • Feinnadelpunktion bei sonographisch und szintigraphisch verdächtigen Knoten.
  • Bei erhöhtem Calcitonin: Pentagastrintest

* Rechtfertigende Indikationen für die Durchführung einer Schilddrüsen- Szintigraphie.
Rechtfertigende Indikation bedeutet:
Es muss ein medizinisch notwendiger Grund vorliegen, der die Untersuchung mit einer – wenn auch sehr geringen Menge Radioaktivität rechtfertigt.
Darunter fallen folgende Diagnosen/Differentialdiagnosen und Verdachtsdiagnosen:

  • Erstuntersuchung (Ausgangsbefund)
  • Knoten
  • Verdacht auf Hyperthyreose
  • Bei Autoimmunthyreoiditis: Differenzierung zwischen Knoten und Infiltration
  • Postoperative Untersuchung
  • Zustand vor Radiojodtherapie
  • Zustand nach Radiojodtherapie
  • Vor Operationen
  • Nach Operationen

Diagnostik II

Auf die Erkennung und Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten spezialisiert sind Endokrinologen (Fachärzte für Hormon produzierende Gewebe) und Nuklearmediziner (Fachärzte für die Anwendung von Radioaktivität) in der Medizin.

Nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung sind Blutuntersuchungen, Ultraschall und Szintigraphie für die Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten unabdingbar.

Zu den Basislaboruntersuchungen gehört der TSH-Wert, der sowohl basal als auch stimuliert nach Zuführung von stimulierendem Hormon (TRH) bestimmt werden kann.
Der basale und stimulierte TSH-Wert werden unter dem Begriff TRH-Test zusammengefasst, er ist in jeden Fall wesentlich empfindlicher als der normale TSH-Wert alleine.
Die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse wird ebenfalls durch die Konzentration der freien Hormone (freies T3, freies T4) widergespiegelt, so dass diese zu einer Basisuntersuchung auf jeden Fall dazu gehören.

Ergibt sich aufgrund der Vorgeschichte, der Ultraschalluntersuchung oder der Szintigraphie der Hinweis auf eine Basedow-Krankheit oder auf eine Hashimoto-Thyreoiditis, müssen die vom Immunsystem gebildeten Antikörper (TPO-AK, Tg-AK und TRAK) mitbestimmt werden.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Die Sonographie verwendet als diagnostisches Instrument hochfrequente Schallwellen. Sie spielt bei der Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten eine wichtige Rolle. Sie ist für den Körper völlig ungefährlich.

Wie wird die Ultraschalluntersuchung durchgeführt?

Da die Schilddrüse direkt unterhalb der Hautoberfläche liegt, ist sie für Ultraschallwellen gut zugänglich. Die Untersuchung wird immer im Liegen durchgeführt, dabei wird der Hals leicht überstreckt. Zur Verbesserung der Übertragung der Schallwellen wird ein Kontaktgel auf die Haut aufgetragen.

Interpretation (Bewertung) der Ultraschalluntersuchung

Zunächst wird das Volumen (Größe) in Milliliter (entspricht dem Gewicht in Gramm) gemessen. Die Normwerte sind abhängig von Alter und Geschlecht. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick darüber.

Altersgruppe Volumen in ml (Obergrenze)
Neugeborene 1,5–2
1- bis 2-Jährige 2–3
3- bis 4-Jährige 3
5- bis 6-Jährige 4
7- bis 10-Jährige 6
11- bis 12-Jährige 7
13- bis 14-Jährige 8–10
15- bis 18-Jährige 15
erwachsene Frauen 18
erwachsene Männer 25

Danach wird die Gewebestruktur bewertet: Normales Schilddrüsengewebe zeigt eine gleichmäßige, hellgraue Struktur. Die Ultraschallwellen werden gleichmäßig und normal (echonormal) reflektiert. Knotige Veränderungen zeigen sich aus durch eine dunklere Echostruktur oder eine hellere Echostruktur mit einem dunkleren Randsaum.

Diese knotigen Veränderungen werden dokumentiert und ausgemessen. Die nachfolgende Tabelle fasst die Veränderungen und die ihnen zugrunde liegenden Erkrankungen zusammen.

Die Zahlen stammen noch aus der Zeit des Jodmangels (bis Mitte der 1990er Jahre). Der seitdem nahezu beseitigte Jodmangel (jodiertes Tierfutter, Jodsalz) hat mit Sicherheit dazu geführt, dass die Schilddrüsegröße bei allen Anfang der 1990er Jahren Geborene kleiner ist als in der „veralteten“ Tabelle. Allerdings gibt es noch keine Publikationen auf einer ausreichend großen Stichprobe

Befund Bedeutung
Echonormales Gewebe – gleichmäßig hellgrau Eine Schilddrüsenerkrankung ist bei diesem Befund sehr unwahrscheinlich. Es gibt jedoch Sonderformen der Autoimmunthyreoiditis, die ein normales Gewebe zeigen. Auch eine bestimmte Form der Schilddrüsenautonomie ist möglich. Das gemessene Volumen (siehe Tabelle) lässt den Befund in Normalgröße, Vergrößerung (Struma) und Verkleinerung einteilen.
Gleichmäßig echoarmes Gewebe, vermehrte Durchblutung in der Dopplersonographie Autoimmunerkrankung der Schilddrüse: (Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis)
Abgegrenzte echoarme Bezirke Gut- bzw. bösartige Tumoren, Zysten, Schilddrüsenentzündung
Echoreiche hellere Bezirke als das normale Gewebe Knoten, meistens gutartig
Echofreie Bezirke Zyste

Mit einer Sonderform der Ultraschalluntersuchung kann man die Durchblutung des Organs messen. Auch die Durchblutung abgegrenzter Bezirke lässt sich dadurch darstellen. Bei starker, diffuser Mehrdurchblutung liegt ein Morbus Basedow vor. Auch die Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto zeigt oft eine vermehrte Durchblutung. Knotige Veränderungen haben oft einen mehr durchbluteten Randsaum oder im Zentrum eine vermehrte Durchblutung (große Relevanz bei Entscheidung zu einer Feinnadelpunktion, da die Wahrscheinlichkeit der Bösartigkeit höher ist.

Feinnadelpunktion

Sie wird unter Ultraschallsicht durchgeführt. Es wird eine dünne, für die Blutentnahme aus der Armvene ausgelegte Nadel verwendet. 20 Minuten vor der Punktion wird die Haut oberhalb von des zu punktierenden Knotens mit einem Gel betäubt. Die Punktion wird nach Wirkungseintritt des Gels unter Ultraschallsicht durchgeführt.

Gründe für eine Feinnadelpunktion:

  • Knoten, die im Sonographie- und Szintigraphiebefund als bösartig verdächtig auffallen
  • Zysten, die lokale Beschwerden verursachen: Druck auf umgebendes Gewebe, Schmerzen, Verlagerung der Luftröhre (Luftnot), Verdrängung der Speiseröhre (Schluckbeschwerden)
  • Eitrige Schilddrüsenentzündungen, Identifizierung des Bakteriums für die Wahl des geeigneten Antibiotikums (äußerst seltene Indikation)
  • Unterscheidung zwischen autoimmunbedingter Infiltrationen und Knoten.

Zur Beurteilung der entnommenen Zellen werden Ausstriche auf Objektträger an ein spezialisiertes Labor gesendet.

Diagnostik III

Weitere Blut- und technische Untersuchungen (zusätzlich zur Basisuntersuchung)

Erkrankung und Differentialdiagnose Untersuchungen
Thyreoiditis de Quervain Großes Blutbild
BSG
Leberenzyme
Überfunktion (Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie) – bei Therapie mit Schilddrüsenblockern Blutbild (alle 4 Wochen)
Leberenzyme (alle 4 Wochen)
Achillessehnenreflexzeit und
Pulswellenerscheinungszeit
(jeweils zu Beginn und Ende der Therapie)
Unterfunktion bei Hashimoto-Thyreoiditis
Zustand nach Operation
Zustand nach Radiojodtherapie
Kropf-Therapie mit synthetischen Schilddrüsenhormonen
Knochenstoffwechselparameter (wegen möglicher Auswirkungen des SD-Hormons – einmal im Jahr)
Achillessehnenreflexzeit * (1 x pro Jahr)
Pulswellenerscheinungszeit * (1 x pro Jahr)
Knochendichtemessung (alle 2 Jahre)
Überfunktion der Nebenschilddrüse Parathormon
Elektrolyte (Calcium, Kalium, Phosphat)
Nachsorge: Papilläres und follikuläres Schilddrüsenkarzinom Tumormarker Thyreoglobulin
(ggf. nach Stimulation mit gentechnisch hergestelltem TSH [Thyrogen®])
Medulläres Schilddrüsenkarzinom Tumormarker Calcitonin inkl. Stimulation mit Pentagastrintest
Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto Parietalzell-Antikörper
Vitamin B12
Ferritin
Blutbild
Bei Verdacht auf parallel bestehende Autoimmunerkrankungen außerhalb der Schilddrüse z.B. Antikörper gegen Nebennierengewebe, Rheuma-Antikörper
Vor geplanter Radiojodtherapie Bestimmung der I-131-Aufnahme mit schwacher Testdosis I-131
Aktuelles Szintigramm
TSH, fT3, fT4
Schilddrüsenhormonresistenz Achillessehnenreflexzeit *
Pulswellenerscheinungszeit *
Methode Norm Bedeutung
*Achillessehnenreflexzeit (ASR) 280 – 410 msec Misst Nervenleitgeschwindigkeit
*Pulswellenerscheinungszeit 204 – 230 msec Misst Empfindlichkeit der Herzrezeptoren

* Zur Bewertung der Wirkung des Schilddrüsenhormons auf die Körperzellen unabhängig/zusätzlich von/zum Laborbefund.

Die Achillessehnenreflexzeit spiegelt den Einfluss des Schilddrüsenhormons auf die Nervenleitgeschwindigkeit wieder.
Die Nervenleitgeschwindigkeit betrifft neben den Nerven, die die Muskulatur steuern, auch das Zentrale Nervensystem (Gehirn). Damit wird deutlich, dass eine kurze Nervenleitgeschwindigkeit mit einer höheren Konzentration, eine niedrigere mit verminderter Konzentration, Vergesslichkeit und Antriebsarmut zusammenhängt. Auch psychische Symptome wie depressive Verstimmung und Verstärkung einer bestehenden Depression sind damit korreliert.

Die Pulswellenerscheinungszeit spiegelt die Empfindlichkeit des Herzens gegenüber dem Schilddrüsenhormon wieder und ist ein wichtiger Parameter bei der Einstellung mit Schilddrüsenhormon.
Viele Patienten klagen über Herzbeschwerden, bereits bei geringen Mengen an zugeführten synthetischen Hormonen. Dies kann anhand der Pulswellenerscheinungszeit objektiv überprüft werden.

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