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Hypothyreose – Unterfunktion der Schilddruese

Es werden drei Formen mit jeweils verschiedenen Ursachen unterschieden:

  1. Verminderte Hormon-Produktion der Schilddrüse
    (primäre Unterfunktion)
  2. Verminderte Stimulation der Schilddrüse durch das Hypophysenhormon TSH
    (sekundäre Unterfunktion)
  3. Ungenügendes Ansprechen der Zielorgane auf Schilddrüsenhormon
    (Schilddrüsenhormon-Resistenz)

Welche Ursachen gibt es?

Primäre Unterfunktion

  1. Angeborene Unterfunktion
    Fehlende Schilddrüse
    Zungengrundstruma
    Fehlende Hormonproduktion
  2. Erworbene Unterfunktion
    Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis)
    Operation
    Radiojodtherapie
    Medikamente

Sekundäre Unterfunktion (sehr selten)

Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (z.B. durch Insuffizienz, Tumoren, Entzündungen, Autoimmune Zerstörung).

Schilddrüsenhormon-Resistenz (sehr selten)

Mutation der Rezeptoren, die Schilddrüsenhormone aufnehmen.

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Schilddrüsenerkrankungen Diagnostik und Therapie durch den Endokrinologen (Hormonspezialisten)

Hormone sind für das körperliche und seelische Wohlbefinden unerlässliche
Substanzen, die in einer Drüse (z. B.der  Schilddrüse) gebildet werden. Hauptregulator aller Hormone ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).
Sie steuert die Funktion der Schilddrüse, des weiblichen Zyklus, die Hodenfunktion und zum Beispiel die Stressfunktion der Nebennieren. Zudem ist sie für das Längenwachstum des Menschen verantwortlich. In der Hypophyse wird das sogenannte Wachstumshormon gebildet. Störungen der Hirnanhangsdrüse wie z. B. Tumore oder auch Schädelhirntraumata nach Verkehrsunfällen führen zu folgenschweren Hormonstörungen.
Viel häufiger sind jedoch Störungen der Drüsen selbst, wie zum Beispiel
eine Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion.
Erwähnenswert auch, dass sich die Sekretion aller inneren Drüsen
in einem Gleichgewicht befi nden muss, damit der gesamte hormonelle Regelkreis funktioniert.
Bei Frauen sind neben den Wechseljahrsbeschwerden auch ein Haarausfall als auch eine vermehrte Behaarung der Haut (Hirsutismus) häufige Hormonstörungen. Bei einem Haarausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag
sollte die Ursache unbedingt geklärt werden. Neben anderen Ursachen wie Vitaminmangelerkrankungen sind Ursachen der vermehrten Körperbehaarungen sowie Regelstörungen mit unerfülltem Kinderwunsch
als auch von Haarausfall häufig eine erhöhte Konzentration männlicher
Hormone. Es handelt sich hier häufig um das so genannte PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom). Ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen wird angenommen, wobei bisher
kein Schlüsselmechanismus gefunden werden konnte, der die Ursache des PCOS bis ins Detail erklären kann. Bis dato gesichert scheint, dass sich in der Entwicklung des PCOS mehrere hormonelle Störungen gegenseitig bedingt massiv verstärken.
Oftmals besteht auch ein Zusammenhang mit dem Typ 2 Diabetes bzw.
einer Insulinresistenz. PCOS-Patientinnen weisen typischerweise eine Verschiebung des Verhältnisses von Luteinisierendem
Hormon (LH) zu Follikel-stimullierendem Hormon (FSH) auf. Der erhöhte LHSpiegel fördert die männliche Hormonbildung
in den Eierstöcken. In der Nebenniere kommt es ebenfalls zu einer gesteigerten männlichen Hormonbildung, so dass
ein männlicher Hormonexzess entsteht. Die derzeit praktizierten therapeutischen Ansätze in der Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik. Gewichtsreduktion und ein Therapieversuch mit Metformin können
ggf. in Erwägung gezogen werden.
Die kleine schmetterlingsförmige Schilddrüse, die dem Schildknorpel am
Hals direkt aufliegt, ist einer der häufigsten Ursachen von ormonstörungen. Um eine Unterfunktion z.B. frühzeitig zu erkennen, wird nach der Geburt die Schilddrüsenfunktion im Blut bestimmt. So konnte in Deutschland die Häufigkeit unbehandelter Babies und Kleinkinder mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) drastisch gesenkt werden.

Schilddrüsenerkrankungen sind aufgrund des noch immer bestehenden Jodmangels in Deutschland häufig. Die in der Schilddrüse gebildeten lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone (T3 und
T4) sind jodhaltig. Bei einem Jodmangel kompensiert die Schilddrüse diesen Mangel mit einer Vergrößerung und neigt dazu, Knoten zu bilden. Häufig entstehen dadurch sogenannte warme Knoten, die vermehrt Schilddrüsenhormone bilden können als das umliegende nicht-knotige
Gewebe. Diese warmen Knoten können dann im Verlauf zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Dem gegenüber stehen
die kalten Knoten, die keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren und in
seltenen Fällen bösartig sein können.
Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist, neben ein paar wenigen Ausnahmen, nur zur Unterscheidung zwischen warmen und kalten Knoten erforderlich. Im Falle einer Überfunktion durch einen warmen Knoten, kann dieser durch eine Radiojodtherapie oder durch eine Schilddrüsenoperation
behandelt werden. Kalte Knoten über einen Zentimeter punktiert werden,
um ein Karzinom rechtzeitig zu erkennen.
Bei jeder Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sollte neben der Größenbestimmung die Knoten ausgemessen und die Halslymphknotenregionen mit beurteilt werden.

Müdigkeit und zunehmende Abgeschlagenheit kann durch eine Unterfunktion der Schilddrüse bedingt sein. Eine häufige Form ist die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmun-bedingte Zerstörung
der Schilddrüse. Durch eine Antikörperbildung (TPO und Tg-Antikörper)
wird die Schilddrüsenhormonproduktion vermindert. Die Schilddrüse wird im Verlauf kleiner und löst sich quasi auf. Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist bei einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht erforderlich.
Entwickelt sich in Folge eine Unterfunktion, dann entstehen die typischen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Stuhlverhalt, Gewichtszunahme, Frieren, Blutarmut, Anstieg der Nierenwerte. Patienten
mit schwerer Hypothyreose können auch eine Depression entwickeln.
Die Gabe von Selen kann in einigen Fällen den Untergang der Schilddrüse im
Frühstadium verhindern. Ansonsten müssen die Schilddrüsenhormone ersetzt werden, um die Unterfunktion auszugleichen.
Dies erfolgt durch die morgendliche Einnahme einer Schilddrüsenhormontablette, z. B. Euthyrox. Gelegentlich kann die
Hashimoto-Thyreoiditis am Hals ein Druck- und Engegefühl hervorrufen, wenngleich das Schilddrüsenvolumen nur einige wenige
Milliliter groß ist. Eine operative Entfernung führt jedoch zu keiner Linderung.
Eine weitere Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist der Morbus Basedow, der sich durch hervorstehende rötliche Augen präsentieren kann. (Endokrine Orbiopathie).
Antikörper gegen den TSHRezeptor an der Schilddrüse (TRAK) aber
auch im Fettgewebe hinter dem Auge führen dort zu einer Entzündungsreaktion.
In der Schilddrüse entsteht eine Überfunktion (Hyperthyreose), und in 50
% der Fälle entwickelt sich eine Augensymptomatik
(Bindehautentzündung, Lichtempfi ndlichkeit, Augenmuskelstörungen etc.).
Die Hyperthyreose äußert sich durch einen schnellen Puls, Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall, Einschlaf- und Durchschlafstörungen
etc. Initial wird die Hyperthyreose durch Tabletten behandelt
und ein Auslassversuch nach einem Jahr angestrebt. Entsteht nach dem Auslassversuch wieder eine Überfunktion, dann muss die Schilddrüse operiert werden (Near-Total Resection) oder mit Radiojod
behandelt werden. Die Behandlung der Augenproblematik des Morbus Basedow bedarf der engen Zusammenarbeit zwischen
Endokrinologen (Hormonspezialisten), Fachmedizinern für Radiologie und
Nuklearmedizin und Augenärzten.
Während und nach der Schwangerschaft können Schilddrüsenveränderungen entstehen, die die Schilddrüsengröße
als auch die Schilddrüsenfunktion betreffen.
Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Jodbedarf, so dass
200 μg Jodid täglich eingenommen werden sollten. Vor über 2000 Jahren haben ägyptische Frauen zum Nachweis einer Schwangerschaft sich ein Schilfblatt um den Hals gebunden. Da die Schilddrüsengröße
während der Schwangerschaft um 30-40 % zunimmt, wurde das Schilfblatt
im Sinne eines positiven Schwangerschaftstests enger und riss. Heute weiß
man, dass das Schwangerschaftshormon (ß-HCG) die Schilddrüse stimuliert. Nach der Schwangerschaft kann es in 10 % zu
einer postpartum Thyreoiditis kommen, die meistens jedoch keiner Behandlung bedarf, jedoch weiter kontrolliert werden
muss.
Patientenbroschüren zum Thema
„Hashimoto-Thyreoditis“ od. „Morbus
Basedow“ sind kostenfrei anzufordern
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Alsfelder Str. 17, 64289 Darmstadt,
Tel. 06151.722528
250_VL0Y2737
Priv.-Doz. Dr. med. B. L. Herrmann
Facharzt für Innere Medizin,
Endo krinologe (Hormonspezialist),
Diabetologe DDG, Ltd. Arzt im Privatärztlichen
Praxiszentrum Bochum,
Technologiezentrum an der
Ruhruniversität Bochum,
Universitätsstr. 142, 44799 Bochum
Tel. 0234.09903, Fax 0234.701888

www.augenaerzte-bielefeld.de
www.wuezapa.de
www.morbusbasedow.de
www.schilddruese.net

Hashimoto Thyreoiditis

Was ist das für eine Erkrankung?

Was für ein komischer Name, wird sich mancher Leser fragen, der noch nie zuvor davon gehört hat. Die Krankheit wird – wie häufig in der Medizin – nach dem Namen des Arztes benannt, der sie als erster beschrieben hat. In diesem Fall war das der japanische Arzt Dr. Hakaru Hashimoto. Er veröffentlichte 1912 in der deutschen Zeitschrift “Archiv für klinische Chirurgie” eine Entdeckung, die er bei der Untersuchung verstorbener Frauen gemacht hatte. Er fand bei ihnen eine Infiltration (= Einwanderung) von Lymphozyten (weiße Blutzellen, die normalerweise nur im Blut vorkommen); außerdem waren Teile des Drüsengewebes durch Bindegewebe ersetzt.

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