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Schilddruesenuntersuchung Sonographie Ultraschall

Die Schilddrüsen-Sonographie ist eine Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse.

In der Schilddrüse werden Hormone gebildet und freigesetzt, die für den Stoffwechsel im Körper eine wichtige Rolle spielen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Das Funktionsprinzip dieser Untersuchung ist das gleiche wie bei jeder anderen Ultraschall-Untersuchung. Ein Schallkopf sendet Schallwellen aus, die durch das Gewebe verändert werden. Die veränderten Wellen werden vom Schallkopf wieder empfangen. Mit Hilfe eines Verstärkers werden sie bearbeitet und auf einem Bildschirm dargestellt.
Wozu dient diese Untersuchung?

Mit Hilfe der Schilddrüsen-Sonographie kann die Größe der Schilddrüse bestimmt werden. Zusätzlich können verschiedene krankhafte Veränderungen nachgewiesen und zum Teil in ihrem Verlauf kontrolliert werden. Dazu zählen unter anderem:

* Struma (Kropf): Struma ist eine Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder von einzelnen Teilen dieses Organs. Es gibt verschiedene Ursachen für eine derartige Vergrößerung.
* Zysten: Eine Zyste ist eine Art flüssigkeitsgefülltes Bläschen mit einer oder mehreren Kammern.
* Knoten: Knoten in der Schilddrüse können gutartig (z.B. Adenome) oder bösartig sein.

Wie wird die Sonographie durchgeführt?

Der Patient liegt während der Untersuchung auf dem Rücken. Durch ein kleines Kissen unter den Schultern wird sein Kopf etwas nach hinten geneigt. Auf die Haut des Halses bzw. auf den Ultraschallkopf wird ein Gel aufgebracht. Das ist notwendig, weil anderenfalls die Luft, die sich zwischen Schallkopf und Haut befindet, die Ultraschallwellen vollständig reflektieren würde. Dann könnte kein Ultraschallbild erzeugt werden.

Durch das Bewegen und unterschiedliche Abwinkeln des Schallkopfes auf der Haut kann der Arzt die Schilddrüse aus verschiedenen Richtungen einbetrachten und die beiden Schilddrüsenlappen ausmessen. Nach Abschluss der Untersuchung wird das Gel abgewischt.
Mögliche Komplikationen

Die Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse ist ungefährlich.
Alternative Untersuchungen

Eine Blutuntersuchung, bei der die Schilddrüsenhormone und bestimmte Eiweiße ermittelt werden, kann in Verbindung mit den Symptomen und der ärztlichen Untersuchung zu einer Diagnose führen.

Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit der Schilddrüse ist die Szintigraphie. Das ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, mit dem unter anderem Funktionsstörungen der Schilddrüse nachgewiesen werden können.

Mit Hilfe einer Schilddrüsenpunktion und anschließender Untersuchung des gewonnenen Gewebes kann der Arzt unklare Veränderungen der Schilddrüse weiter abklären.

Dr. Herrmann Bochum – Erkrankungen der Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse

1. Autoimmunthyreoiditis
Eine Autoimmunthyreoiditis ist eine Schilddrüsenentzündung. Man unterscheidet bei den Schilddrüsenentzündungen Autoimmunthyreoiditiden, die mit einer Unterfunktion oder einer Autoimmunthyreoitiden, die mit einer Überfunktion einhergehen. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine typische Form der Autoimmunthyreoiditis, die im Verlauf der Erkrankung in einer Unterfunktion (Hypothyreose) mündet. Die Diagnose stellt sich anhand der typischen klinischen Zeichen der (beginnenden)Unterfunktion wie Kälteintoleranz, Gewichtszunahme, erhöhtes Schlafbedürfnis, brüchige Nägel, brüchige Haare, Verstopfungsneigung (Obstipation etc.). die Diagnose wird durch typische Zeichen in der Schilddrüsensonographie als auch durch die Bestimmung von TPO-und TG-Antikörpern im Blut bestimmt. Das TSH als primärer Marker der Hypothyreose steigt in diesem Fall an. Häufig kommt es bei diesen Patienten zudem zu einem Engegefühl im Bereich des Halses. Die Therapie besteht in der Substitution von Schilddrüsenhormonen (Levothyroxin). In seltenen Fällen ist eine Kombinationstherapie aus T4 und T3 erforderlich. Neuere Studien haben in den letzten Jahren darauf hingewiesen, dass die Gabe von Selen im Frühstadium einer Hashimoto-Thyreoiditis den Verlauf (Progress) der Erkrankung in einigen Studien
hemmen konnte.

2. Morbus Basedow
Eine andere Form der Schilddrüsenentzündung ist der Morbus Basedow. Hierbei handelt es sich um eine Stimulation der Schilddrüse durch den Antikörper TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper). Dieser ist im Blut durch eine sehr valide Methode zu diagnostizieren. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) kommt es in diesem Fall zu einem Absinken des TSH-Wertes. Die freien Hormone (FT4 und FT3 steigen im Blut an und bewirken die typischen Überfunktionszeichen wie Wärmeintoleranz, Gewichtsabnahme, Unruhe, Schwitzen, vermehrter Stuhlgang etc. In ca. 50% der Fälle kommt es zu einer zusätzlichen Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie:EO). Primäres Ziel des Morbus Basedow ist die rasche Behandlung mit einem Thyreostatikum (Thiamazol, Carbimazol oder Propythiouracil). Die Therapie sollte nach den heutigen Kenntnisstand über ca. 1 Jahr durchgeführt werden. Anschließend ist ein Auslassversuch anzustreben. In ca. 50% der Fälle kommt es zu einer Wiederkehr der Überfunktion (Rezidiv). Hier schließt sich jetzt eine definitive Therapie (Schilddrüsenoperation bzw. Radiojodtherapie) an. Bei der Radiojodtherapie ist in diesem Fall auf die begleitende Kortisongabe hinzuweisen. Die Augenbeteiligung sollte vom Endokrinologen zusammen mit dem Augenarzt in enger Kooperation abgestimmt werden. Bei der endokrinen Orbitopathie besteht die Therapie in der Gabe eines Kortisonstoßes. Neuere Daten weisen darauf hin, dass eine intravenöse Kortisongabe der Tabletteneinnahme überlegen ist. Falls dies nicht zu einem Erfolg führt und sich Sehstörungen einstellen, muss hier eine Bestrahlung des Fettgewebes hinter dem Auge oder auch über eine Operation nachgedacht werden.

3. Ein Schilddüsenknoten ist in Deutschland häufig. Ca. jeder 3. bis jeder 4. Patient entwickelt im Laufes seines Lebens einen Schilddrüsenknoten. Die meisten Schilddrüsenknoten entstehen durch den Jodmangel der Schilddrüse als auch durch eine erbliche Veranlagung. Man unterscheidet neben den warmen Knoten, die zu einer Überfunktion führen können, einen kalten Knoten, der kein Jod speichert und somit keine Schilddrüsenhormone produziert. Der letztere kann in seltenen Fällen entarten. Die meisten Schilddrüsenknoten sind jedoch weder warm noch kalt. Jeder Knoten > 1 cm sollte durch eine einmalige Schilddrüsenszintigraphie untersucht werden, ob es sich hier um einen warmen oder kalten Knoten handelt. Im Falle eines kalten Knotens sollte hier großzügig eine Feinnadelpunktion erfolgen. Ein warmer Knoten kann im Verlauf eine Überfunktion entwickeln und stellt hier die Indikation einer Radiojodtherapie oder einer Operation dar.

Indikation zur Feinnadelpunktion:
Eine Feinnadelpunktion sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn der Knoten durch die Ultraschalluntersuchung suspekt erscheint oder eine Schilddrüsenszintigraphie einen kalten Knoten nachweisen konnte. Die Schilddrüsenpunktion dauert ca. 1 Minute und aspiriert mehrere Schilddrüsenzellen. Durch neuere Verfahren kann hier bei einer suffizienten Punktion eine adäquate Aussage über den Knoten gemacht werden.

4. Schilddrüsenkarzinome:
Schilddrüsenkarzinome sind selten. Unter Berücksichtigung der Häufigkeit eines Schilddrüsenknotens, sind Schilddrüsenkarzinome somit selten. Man unterscheidet folgende Karzinome:
1. papilläre Schilddrüsenkarzinome (ca. 60-80%)
2. follikuläre Schilddrüsenkarzinome (ca. 20-40%)
3. medulläre Schilddrüsenkarzinome (4-10%)
4. anaplastische Schilddrüsenkarzinome (ca. <2%)
Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome haben insgesamt eine gute Prognose. Die papillären Schilddrüsenkarzinome metastasieren vorwiegend über die Lymphbahnen. Follikuläre Schilddrüsenkarzinome habe eine etwas schlechtere Prognose als papilläre Schilddrüsenkarzinome und metastasieren vorwiegend über die Blutbahn. Die Therapie der Wahl dieser beiden Schilddrüsenkarzinome ist eine von der Größe abhängige komplette Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie mit einer anschließenden Radiojodbehandlung). Häufig können diese Art der Schilddrüsenkarzinome heilend behandelt werden. Der Tumormarker der follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinome stellt das Thyreoglobulin (TG) dar.

Hiervon abzugrenzen ist das medulläre Schilddrüsenkarzinom, welches als Tumormarker das Calcitonin im Serum aufweist. Bei erhöhten Calcitoninspiegeln im Serum sollte sich ein Pentagastrintest anschließen. Werte über 100 pg/ml nach Stimulation mit Pentagastrin können hier den Verdacht eines medullären Schilddrüsenkarzinoms/C-Zellhyperplasie erwägen. Sehr selten stellt das medulläre Schilddrüsenkarzinom eine Kombination mit einer anderen endokrinen Erkrankung wie das Phäochromozytom (Adenom des Nebennierenmarks) dar. Die Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms besteht in der Thyreoidektomie mit Entfernung der Lymphknoten der Schilddrüse/Halses. Aufgrund der fehlenden Jodspeicherung des medullären Schilddrüsenkarzinoms ist eine Radiojodtherapie in diesem Fall nicht indiziert.

5.    Hypothyreose:
Die meisten Schilddrüsenunterfunktionen entstehen durch eine Hashimoto-Thyreoiditis. Sehr selten liegt eine Hypophyseninsuffizienz (Ausfall der Hirnanhangsdrüsenvorderlappenfunktion) vor.

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Priv. – Doz. Dr. med. B. L. Herrmann
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Jod und Jodmangel

Jod ist eines der wichtigsten Spurenelemente, die unser Körper braucht. Jod wird in der Schilddrüse gespeichert, und ist wichtiger Bestandsteil der beiden Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone sind für Stoffwechselprozesse, wie Wachstum und Entwicklung der Organe zuständig. Außerdem braucht der Körper die Schilddrüsenhormone, um die Körperwärme zu regulieren.

Mit unserer Nahrung nehmen wir leider häufig nur einen Bruchteil des empfohlenen Tagesbedarfs an Jod zu uns. Das hat oft nichts damit zu tun, dass wir uns falsch ernähren, sondern eher mit dem geringen Jodvorkommen in Deutschland. Den Jodbedarf kann man aber mit Meersalz, oder mit der Verwendung vom jodierten Salz decken, sowie mit dem Verzehr von Hochseefischen, wie Kabeljau, Schellfisch, Meeresfrüchte, Muscheln etc.

Jodmangel kann zu Erkrankungen der Schilddrüse führen, genau so wie eine Überversorgung mit Jod. Bei Jodmangel wächst die Schilddrüse, um den Mangel auszugleichen. Was hierbei entsteht ist ein Kropf. Wenn der Kropf weiter wächst, verursacht er über kurz oder lang Schluck- und Atembeschwerden.

Die Überversorgung mit Jod ist jedoch auch nicht ungefährlicher. Was hierbei entsteht ist eine Schilddrüsenüberfunktion. Die Folgen sind oft starker Haarausfall, Gereiztheit, aber auch Antriebslosigkeit und einige weitere Beschwerden.
Es ist also wichtig, dass man es mit dem Jod weder übertreibt, noch der Sache zuwenig Beachtung schenkt. Einige Brotsorten sind jodiert und tragen somit zu der Versorgung mit Jod einiges bei. Die empfohlene Tagesdosis von Jod ist abhängig vom Alter.

Erwachsene zwischen 19 und etwa 51 Jahren benötigt der Körper täglich 200µg an Jod, Kinder und Jugendliche, sowie Erwachsene ab dem 51. Lebensjahr benötigen 180µg. Schwangere und Frauen in der Stillzeit haben einen leicht erhöhten Bedarf an Jod. Dieser wird mit 230-260µg angegeben. Viele Lebensmittel enthalten in den unterschiedlichsten Mengen Jod. Am jodreichsten sind, wie bereits erwähnt Hochseefische, Krabben, Meeresfrüchte, Garnelen, aber auch in Fleisch, einigen Brotsorten und auch in Obst und Gemüse findet sich Jod. Wie hoch die Konzentration hier jedoch ist, hängt mit dem Jodvorkommen im Erdreich zusammen.

Strikte Veganer sollten auf eine ausreichende Jodversorgung achten, da Obst und Gemüse, sowie die fleischlose Kost sehr jodarm ist. Jodmangel kann häufig nur noch mit Jodtabletten behandelt werden. Hier ist eine genaue Dosierung wichtig, damit keine Überversorgung entstehen kann.

Überfunktion der Schilddrüse im Alter verkürzt Lebensdauer deutlich


Produziert die Schilddrüse zu große Mengen Hormone, führt dies zu schwereren Folgen als bisher angenommen: Eine Metaanalyse durch belgische Forscher ergab, dass sich die Sterblichkeit von Menschen, insbesondere von Männern ab dem 60. Lebensjahr, um 41 Prozent erhöht, auch wenn sie an einer nur leichten Überfunktion – einer sogenannten subklinischen Hyperthyreose – leiden . Bisher behandeln Ärzte eine latente Überfunktion häufig nicht, wenn durch einen milden Verlauf keine erkennbaren Beschwerden auftreten. Angesichts der neuen Erkenntnisse ist auch bei einer leichten Schilddrüsenüberfunktion zur Therapie zu raten.

Professor Dr. med. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, weist darauf hin, dass die Beurteilung und Behandlung durch einen Endokrinologen erfolgen sollte, also einen Spezialisten für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen.

Die subklinische Hyperthyreose fällt meist zufällig bei einer Laboruntersuchung auf. Der Arzt erkennt sie an einer erniedrigten Konzentration des Hormons Thyreotropin (TSH) im Blut. Dieses Hormon aus der Hirnanhangdrüse regt beim Gesunden in geregelter Form die Bildung der Schilddrüsenhormone an. Wenn bei Schilddrüsenerkrankungen deren Zellen aber zuviel Hormon produzieren, wird das TSH unterdrückt. Dies weist auf eine – auch nur unterschwellige – Überfunktion in der Schilddrüse hin. Langfristig wird dadurch der Körper geschädigt: Patienten mit subklinischer Hyperthyreose erkranken im Alter häufiger an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, die tödliche Schlaganfälle begünstigt. Bei Frauen kommt es außerdem häufiger zum Knochenschwund, der Osteoporose. Eine aktuelle Untersuchung, die kürzlich im “Lancet” besprochen wurde, zeigt, dass eine subklinische Hyperthyreose bei älteren Menschen die Sterblichkeit um 41 Prozent erhöht. Männer sind mehr gefährdet als Frauen.

“Diese Befunde legen nahe, dass eine subklinische Hyperthyreose behandelt werden muss”, sagt Professor Schatz. In Studien wird derzeit untersucht, ob dadurch einem Vorhofflimmern vorgebeugt werden kann. Eine Behandlung könnte aber auch Beschwerden lindern, die bisher nicht mit einer Überfunktion der Schilddrüse in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Angststörungen. “Untersuchungen zeigen, dass Schilddrüsenhormone direkt auf Zentren im Gehirn wirken, die das Gefühlsleben steuern”, betont Schatz, So leide jeder zweite Mann mit erhöhten Schilddrüsenhormonen unter Erektionsstörungen.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann, häufiger bei Jüngeren, durch Immunvorgänge hervorgerufen werden, die Basedow’sche Erkrankung. Bei Älteren wiederum, insbesondere mit Knoten oder größeren Kröpfen werden die Schilddrüsenzellen selbst autonom, das heißt sie entziehen sich der Regulation durch die Hirnanhangdrüse.

Für die Behandlung einer Hyperthyreose stehen drei Verfahren zur Auswahl: Bei der Basedow’schen Krankheit hemmen Tabletten, sogenannte Thyreostatika, die Bildung der Hormonüberproduktion zeitweise. Eine dauerhafte und nebenwirkungsarme Behandlung ist die Radiojodtherapie. In anderen Fällen, etwa bei einem Knoten beziehungsweise ausgeprägten Kropf, kann eine Operation die Ursache der Überfunktion beseitigen. “Fehlfunktionen der Schilddrüse – ganz gleich ob stark oder schwach – gehören in jedem Fall in die Hände eines Endokrinologen”, sagt Professor Schatz. Denn nur ein Experte für Hormonerkrankungen kann die Erkrankung angemessen beurteilen und therapieren. Der Endokrinologe muss den Patienten zudem dauerhaft, das heißt jahre- und jahrzehntelang begleiten, um ein Wiederaufflackern der Überfunktion oder eine oft erst nach vielen Jahren auftretende Unterfunktion der Schilddrüse rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Quelle:
Julia Kharlip, David S. Cooper
Recent developments in hyperthyroidism
The Lancet, Vol. 373, 6. Juni 2009, Seite 1930-1932

Fragen zur Schilddrüse – Gespräch mit PD Dr. Herrmann in Bochum

Ständig müde, schlecht gelaunt, Kopfschmerzen? Daran kann die Schilddrüse Schuld sein. Denn jeder 3. Deutsche leidet unter einer Fehlfunktion. Doch die meisten ahnen nichts davon, weil die Diagnose oft erst spät gestellt wird. Dabei ist die Schilddrüse so wichtig wie das Herz. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, sind alle Stoffwechsel-prozesse gestört. Der Organismus läuft Amok, mit schweren Folgen. FRAU im TREND sprach mit dem Experten Priv. Doz. Dr. med. B. Herrmann aus Bochum darüber, was Sie für Ihre Schilddrüse tun können.

Was reguliert die Schilddrüse denn alles?
Sie steuert alle wichtigen Körper-Funktionen: Hirn, Herz, Darm, Niere sowie den Bewegungsapparat.

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Schilddrüsenerkrankungen Diagnostik und Therapie durch den Endokrinologen (Hormonspezialisten)

Hormone sind für das körperliche und seelische Wohlbefinden unerlässliche
Substanzen, die in einer Drüse (z. B.der  Schilddrüse) gebildet werden. Hauptregulator aller Hormone ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).
Sie steuert die Funktion der Schilddrüse, des weiblichen Zyklus, die Hodenfunktion und zum Beispiel die Stressfunktion der Nebennieren. Zudem ist sie für das Längenwachstum des Menschen verantwortlich. In der Hypophyse wird das sogenannte Wachstumshormon gebildet. Störungen der Hirnanhangsdrüse wie z. B. Tumore oder auch Schädelhirntraumata nach Verkehrsunfällen führen zu folgenschweren Hormonstörungen.
Viel häufiger sind jedoch Störungen der Drüsen selbst, wie zum Beispiel
eine Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion.
Erwähnenswert auch, dass sich die Sekretion aller inneren Drüsen
in einem Gleichgewicht befi nden muss, damit der gesamte hormonelle Regelkreis funktioniert.
Bei Frauen sind neben den Wechseljahrsbeschwerden auch ein Haarausfall als auch eine vermehrte Behaarung der Haut (Hirsutismus) häufige Hormonstörungen. Bei einem Haarausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag
sollte die Ursache unbedingt geklärt werden. Neben anderen Ursachen wie Vitaminmangelerkrankungen sind Ursachen der vermehrten Körperbehaarungen sowie Regelstörungen mit unerfülltem Kinderwunsch
als auch von Haarausfall häufig eine erhöhte Konzentration männlicher
Hormone. Es handelt sich hier häufig um das so genannte PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom). Ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen wird angenommen, wobei bisher
kein Schlüsselmechanismus gefunden werden konnte, der die Ursache des PCOS bis ins Detail erklären kann. Bis dato gesichert scheint, dass sich in der Entwicklung des PCOS mehrere hormonelle Störungen gegenseitig bedingt massiv verstärken.
Oftmals besteht auch ein Zusammenhang mit dem Typ 2 Diabetes bzw.
einer Insulinresistenz. PCOS-Patientinnen weisen typischerweise eine Verschiebung des Verhältnisses von Luteinisierendem
Hormon (LH) zu Follikel-stimullierendem Hormon (FSH) auf. Der erhöhte LHSpiegel fördert die männliche Hormonbildung
in den Eierstöcken. In der Nebenniere kommt es ebenfalls zu einer gesteigerten männlichen Hormonbildung, so dass
ein männlicher Hormonexzess entsteht. Die derzeit praktizierten therapeutischen Ansätze in der Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik. Gewichtsreduktion und ein Therapieversuch mit Metformin können
ggf. in Erwägung gezogen werden.
Die kleine schmetterlingsförmige Schilddrüse, die dem Schildknorpel am
Hals direkt aufliegt, ist einer der häufigsten Ursachen von ormonstörungen. Um eine Unterfunktion z.B. frühzeitig zu erkennen, wird nach der Geburt die Schilddrüsenfunktion im Blut bestimmt. So konnte in Deutschland die Häufigkeit unbehandelter Babies und Kleinkinder mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) drastisch gesenkt werden.

Schilddrüsenerkrankungen sind aufgrund des noch immer bestehenden Jodmangels in Deutschland häufig. Die in der Schilddrüse gebildeten lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone (T3 und
T4) sind jodhaltig. Bei einem Jodmangel kompensiert die Schilddrüse diesen Mangel mit einer Vergrößerung und neigt dazu, Knoten zu bilden. Häufig entstehen dadurch sogenannte warme Knoten, die vermehrt Schilddrüsenhormone bilden können als das umliegende nicht-knotige
Gewebe. Diese warmen Knoten können dann im Verlauf zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Dem gegenüber stehen
die kalten Knoten, die keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren und in
seltenen Fällen bösartig sein können.
Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist, neben ein paar wenigen Ausnahmen, nur zur Unterscheidung zwischen warmen und kalten Knoten erforderlich. Im Falle einer Überfunktion durch einen warmen Knoten, kann dieser durch eine Radiojodtherapie oder durch eine Schilddrüsenoperation
behandelt werden. Kalte Knoten über einen Zentimeter punktiert werden,
um ein Karzinom rechtzeitig zu erkennen.
Bei jeder Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sollte neben der Größenbestimmung die Knoten ausgemessen und die Halslymphknotenregionen mit beurteilt werden.

Müdigkeit und zunehmende Abgeschlagenheit kann durch eine Unterfunktion der Schilddrüse bedingt sein. Eine häufige Form ist die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmun-bedingte Zerstörung
der Schilddrüse. Durch eine Antikörperbildung (TPO und Tg-Antikörper)
wird die Schilddrüsenhormonproduktion vermindert. Die Schilddrüse wird im Verlauf kleiner und löst sich quasi auf. Eine Schilddrüsen-Szintigraphie ist bei einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht erforderlich.
Entwickelt sich in Folge eine Unterfunktion, dann entstehen die typischen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Stuhlverhalt, Gewichtszunahme, Frieren, Blutarmut, Anstieg der Nierenwerte. Patienten
mit schwerer Hypothyreose können auch eine Depression entwickeln.
Die Gabe von Selen kann in einigen Fällen den Untergang der Schilddrüse im
Frühstadium verhindern. Ansonsten müssen die Schilddrüsenhormone ersetzt werden, um die Unterfunktion auszugleichen.
Dies erfolgt durch die morgendliche Einnahme einer Schilddrüsenhormontablette, z. B. Euthyrox. Gelegentlich kann die
Hashimoto-Thyreoiditis am Hals ein Druck- und Engegefühl hervorrufen, wenngleich das Schilddrüsenvolumen nur einige wenige
Milliliter groß ist. Eine operative Entfernung führt jedoch zu keiner Linderung.
Eine weitere Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist der Morbus Basedow, der sich durch hervorstehende rötliche Augen präsentieren kann. (Endokrine Orbiopathie).
Antikörper gegen den TSHRezeptor an der Schilddrüse (TRAK) aber
auch im Fettgewebe hinter dem Auge führen dort zu einer Entzündungsreaktion.
In der Schilddrüse entsteht eine Überfunktion (Hyperthyreose), und in 50
% der Fälle entwickelt sich eine Augensymptomatik
(Bindehautentzündung, Lichtempfi ndlichkeit, Augenmuskelstörungen etc.).
Die Hyperthyreose äußert sich durch einen schnellen Puls, Schwitzen, Gewichtsabnahme, Durchfall, Einschlaf- und Durchschlafstörungen
etc. Initial wird die Hyperthyreose durch Tabletten behandelt
und ein Auslassversuch nach einem Jahr angestrebt. Entsteht nach dem Auslassversuch wieder eine Überfunktion, dann muss die Schilddrüse operiert werden (Near-Total Resection) oder mit Radiojod
behandelt werden. Die Behandlung der Augenproblematik des Morbus Basedow bedarf der engen Zusammenarbeit zwischen
Endokrinologen (Hormonspezialisten), Fachmedizinern für Radiologie und
Nuklearmedizin und Augenärzten.
Während und nach der Schwangerschaft können Schilddrüsenveränderungen entstehen, die die Schilddrüsengröße
als auch die Schilddrüsenfunktion betreffen.
Während der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Jodbedarf, so dass
200 μg Jodid täglich eingenommen werden sollten. Vor über 2000 Jahren haben ägyptische Frauen zum Nachweis einer Schwangerschaft sich ein Schilfblatt um den Hals gebunden. Da die Schilddrüsengröße
während der Schwangerschaft um 30-40 % zunimmt, wurde das Schilfblatt
im Sinne eines positiven Schwangerschaftstests enger und riss. Heute weiß
man, dass das Schwangerschaftshormon (ß-HCG) die Schilddrüse stimuliert. Nach der Schwangerschaft kann es in 10 % zu
einer postpartum Thyreoiditis kommen, die meistens jedoch keiner Behandlung bedarf, jedoch weiter kontrolliert werden
muss.
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Priv.-Doz. Dr. med. B. L. Herrmann
Facharzt für Innere Medizin,
Endo krinologe (Hormonspezialist),
Diabetologe DDG, Ltd. Arzt im Privatärztlichen
Praxiszentrum Bochum,
Technologiezentrum an der
Ruhruniversität Bochum,
Universitätsstr. 142, 44799 Bochum
Tel. 0234.09903, Fax 0234.701888

www.augenaerzte-bielefeld.de
www.wuezapa.de
www.morbusbasedow.de
www.schilddruese.net

Morbus Basedow – Basedowsche Krankheit

Definition

Der Name “Morbus Basedow” stammt vom Erstbeschreiber der Krankheit im deutschen Sprachraum, dem Arzt von Basedow.
Im englischen Sprachraum heißt die Krankheit nach einem irischen Arzt “Graves´ disease”.
Die Häufigkeit der Basedow’schen Krankheit wird auf etwa 1-3% der erwachsenen Bevölkerung geschätzt.
Die Krankheit hat eine erbliche Komponente und betrifft Frauen häufiger als Männer.

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